Normale Versteigerungen lohnen sich

Es müssen nicht immer die ausgeschriebenen Kunstauktionen sein, auf denen man die besten Schnäppchen machen kann. Frei nach dem Motto „wer suchet der findet“ sollte man ganz verschiedene Einkaufsquellen suchen. Je mehr man ausprobiert, umso mehr Erfahrung macht man und kann bewerten, welches die besten Wege sind um ausgefallene Werke zu finden. Ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass man tolle Kunstwerke oft dort findet, wo man sie am wenigsten erwarten würde. Und außerdem, dass Konkurrenz die Preise unnötig in die Höhe treibt. Ich habe vor vielen Jahren einmal eher aus Zufall eine Versteigerung besucht, in der Dinge versteigert wurden, die in Straßenbahnen und Bussen des regionalen Nahverkehrs vergessen wurden. Eine Bekannte von mir wollte sich das unbedingt einmal anschauen, und ich habe sie begleitet.

wer suchet der findet

wer suchet der findet

Umso erstaunter war ich, als nach sehr vielen Regenschirmen und Schultaschen plötzlich eine Skulptur angeboten wurde. Da es bei einfachen Versteigerungen normaler Dinge keine Kataloge oder Listen gibt, war ich gar nicht darauf vorbereitet, hier etwas zu finden, dass mich interessieren konnte. Da ich außerdem feststellte, dass das Interesse im Saal eher gering war begann ich erste Gebote zu machen und konnte die Skulptur schließlich für 75 Euro erwerben. Es war nicht unbedingt ein Meisterwerk, aber nachdem es von meinem Team gründlich gereinigt und renoviert wurde habe ich es Wochen später in meinem Shop für 250 Euro verkaufen können. Und der Käufer war sehr zufrieden mit seinem Kauf.

Seit diesem Tag achte ich stets darauf, ob in den regionalen Zeitungen Auktionen gleich welcher Art angeboten werden. Ich habe dabei zugegeben schon so manchen Tag verschwendet und viele Auktionen besucht, in denen nichts für mich Interessantes angeboten wurde. Aber da ich zum einen die besondere Atmosphäre von Auktionen sehr mag, und zum anderen auch schon echt tolle Schnäppchen gemacht habe, werde ich diese Tradition fortsetzen. Mittlerweile bieten zum Beispiel auch Firmen die Haushaltsauflösungen machen oder private Warenlager aufkaufen, Auktionen an. Und da gibt es so manches schönes Möbelstück oder Gemälde zu entdecken.

Da noch nicht sehr viele Kunstkenner auf solche Auktionen gehen, bekommt man die guten Stücke auch oft zu einem sehr guten Preis. Nur selten findet man Kollegen, die heftig mit bieten und so die Preise in die Höhe treiben. Probieren Sie es mal aus, ein interessanter Tag ist auf alle Fälle garantiert.

Kunst als Geldanlage

Einige meiner Kunden haben mich in der letzten Zeit gefragt, ob es sich lohnt, Kunstwerke als Geldanlage zu kaufen. Da ich sehe, dass ein bestimmtes Interesse an diesem Thema besteht, möchte ich heute gerne einmal näher darauf eingehen. Prinzipiell ist der Kauf von Kunstwerken als Investition ein Bereich, der vielen Schwankungen unterworfen ist. Genauso, wie wenn man Online Aktien kaufen möchte, weiß man nie, was morgen passiert. Preise können sich in ganz unterschiedliche Richtungen bewegen und was heute noch als wertvoll hoch geschätzt wurde kann morgen als uninteressant komplett abgewertet werden. Wie bei so vielen Produkten bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Das ist auch bei Kunstwerken so.

kunst

kunst

Generell kann man sagen, dass sich Kunst besser verkauft, wenn die allgemeine Wirtschaftslage gut ist. In Krisenzeiten sollte man dagegen von Verkäufen absehen. Da viele Notverkäufe in Krisenzeiten die Preise drücken kann man immer davon ausgehen, dass man zu einem anderen Zeitpunkt einen besseren Preis erzielen kann. Ich persönlich möchte noch hinzufügen, dass ich nur ausgesprochenen Kunstexperten empfehlen kann, in Kunst als Geldanlage zu investieren. Für Laien ist der Markt sehr schwer zu überschauen und oft bieten falsche Berater Tipps an, an denen letztendlich nur diese Berater verdienen. Wer sich nicht gut auskennt aber sich sicher ist, ein sehr gutes Angebot zu haben, sollte dieses von einem Kunstsachverständigen prüfen und bestätigen lassen. Viele angebliche Schnäppchen entpuppen sich nur allzu oft als Fälschungen oder billige Nachdrucke.

Kunstauktionen

Eine interessante und unterhaltsame Art sich in die Welt der Kunstkäufe einzuleben sind Kunstauktionen. Besucht man verschiedene bekommt man eine Idee davon, wie sprunghaft Preise sind und wie unterschiedlich die Interessen der Käufer sein können. Mir persönlich gefällt die knisternde Atmosphäre bei Auktionen und wann immer ich kann versuche ich welche zu besuchen. Mittlerweile finden Auktionen auch im Internet statt und bei vielen öffentlichen Auktionen werden auch Telefongebote angenommen. Aber der Prozess, wenn der Preis Schritt für Schritt steigt bis endlich der Hammer fällt, ist einmalig. Für alle Auktionsneulinge hier ein bisschen Grundwissen über

kunstauktionen

kunstauktionen

  • Anfangsgebot
  • Auktionator
  • Katalog
  • Hammerpreis

Bei so gut wie allen Auktionen kann man sich im Voraus den Katalog anschauen, also eine Liste der Dinge, die anschließend versteigert werden. Jedes Objekt, Lot oder Los genannt, bekommt im Katalog eine Nummer zugewiesen, die anschließend bei Auktionsbeginn genannt wird. Der Auktionator beginnt die Versteigerung eines Objekts mit einem Mindestgebot, welches dann von den Bietern auf Zuruf oder Zeichen erhöht wird. Wenn kein Bieter einen höheren Preis als den zuletzt genannten anbietet, wird bis drei gezählt und dann fällt der Hammer des Auktionators. Der Hammerpreis ist der Preis, zu dem der Meistbietende das Objekt letztendlich erwirbt. Kunstauktionen werden oft in den lokalen und regionalen Zeitungen angekündigt und der Zugang ist in der Regel frei. Möchte man bei wertvollen Objekten mitsteigern muss man vorab belegen, dass einem die entsprechenden Beträge zur Verfügung stehen.

Schätzungen helfen Ärger vermeiden

Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als ein sehr wertvolles Kunstwerk für einen kleinen Preis an jemanden zu verkaufen, der anschließend einen großen Gewinn mit dem Gegenstand macht. Wie wichtig es ist, bei wertvollen Gegenständen eine Bewertung vom Fachmann einzuholen, beweist der folgende, so tatsächlich passierte, Fall: Eine älter Dame hat einen geerbten Teppich, der ihr nicht gefiel, in Stuttgart zur Versteigerung angeboten. Das zuständige allgemeine Auktionshaus legte einen Eingangswert von 900 Euro fest und die Kundin war überglücklich, als das gute Stück bei der Versteigerung für sagenhafte 19.000 Euro verkauft wurde. Weder Auktionator noch die Erbin hatten damit gerechnet. Die Freude war jedoch von nur kurzer Dauer: einige Monat später sorgte derselbe Teppich für internationale Schlagzeilen. In einer internationalen Auktion in London wurde er für den unglaublichen Betrag von 7,2 Millionen Euro versteigert. Als teuerster Teppich der Welt wurden Fotos des guten Stücks in vielen Medien veröffentlicht. Stellen Sie sich mal das Gesicht der Dame vor, die ihn ursprünglich als Erbe bekommen hatte.

der millionen teppich

der millionen teppich

Der Millionen Teppich

Die Erbin verklagte das Auktionshaus da sie der Meinung war, der Besitzer hätte den Wert des Teppichs erkennen müssen. Das zuständige Gericht ließ die Klage fallen und entließ das Auktionshaus aus der Verantwortung. Da dieses alle möglichen Gegenstände verkaufte kann man als Kunde nicht davon ausgehen, eine Wertung durch einen Experten zu bekommen. Da sich der Auktionator an dem Kauf unter Wert nicht bereichert habe, sei auch keine böse Absicht festzustellen. Nur von einem Experten auf dem speziellen Gebiet kann man eine zuverlässige Wertschätzung verlangen.

Leider ist der Fall der Teppich-Dame bei weitem kein Einzelfall. Immer wieder kommen insbesondere Erben in den Besitz von Kunstwerken, deren Wert absolut falsch eingeschätzt wird. Schon beim geringsten Verdacht, dass es sich bei einem Gemälde, einer Skulptur oder einem Möbelstück um einen Gegenstand von Wert handelt, lohnt es sich einen Experten zu Rate zu ziehen. In allen großen Städten gibt es unabhängige Kunstberater, die entweder selber helfen können oder Sie dabei unterstützen, den richtigen Experten für eine Wertschätzung zu finden. Meistens geht es dabei nicht um Millionen, aber sehr oft um stattliche Beträge für die es sich lohnt, ein paar Mühen in Kauf zu nehmen.

Skulpturen – die unterschätzen Kunstwerke

Immer wieder werden bei uns im Shop Skulpturen zum Ankauf angeboten und ich bin stets überrascht, wie wenig Skulpturen in der breiten Bevölkerung als „echte Kunstwerke“ angesehen werden, die durchaus einen hohen Preis erzielen können. Dabei wurde der Rekord für das teuerste versteigerte Kunstwerk nicht etwa von einem Gemälde oder einem antiken Möbelstück erzielt, sondern von einer Skulptur. Der “Schreitende Mann” des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti wurde in einer Kunstauktion in London für sagenhafte 74 Millionen Euro versteigert. Der gesamte Prozess dauerte lediglich acht Minuten.

skulpturen

skulpturen

Das angesehene Auktionshaus Sotheby’s konnte die lebensgroße Darstellung eines Mannes zum Rekordpreis veräußern. Der Käufer blieb anonym, seine Gebote wurden telefonisch abgegeben. Die Skulptur mit dem Originaltitel “L’Homme qui marche I” ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sehr Skulpturen unterschätzt werden. Wie schon in meinem letzten Beitrag nahegelegt, sollten für potenzielle Kunstwerke stets Expertenexpertisen eingeholt werden. Tut man dies nicht, kann viel Geld verloren gehen. Abgesehen davon, dass man sich lebenslang vorwerfen wird etwas Falsches getan zu haben.

L’Homme qui marche I

Über eine dating sider Webseite hat eine Freundin von mir einen Mann kennengelernt, der Experte für Skulpturen ist und dieser hat mir bei einem langen Gespräch bestätigt, dass insbesondere mit Skulpturen große Geschäfte gemacht werden. Viele Kunsthäuser kaufen Skulpturen von Kunstlaien für ganz kleine Beträge an und suchen anschließend einen „unabhängigen“ Mittelsmann, um diese Objekte mit sehr viel Gewinn zu verkaufen.

Nicht immer werden dabei Millionen erzielt, aber wenn man eine Skulptur für 50 Euro verkauft, die eigentlich 2500 Euro wert ist, kann das ganz schön ärgerlich sein. Wie bei allen Kunstwerken sind Nachfrage und Angebot sowie der Bekanntheitsgrad des Künstlers sehr entscheidend, aber nicht immer einziges Kriterium für einen guten Preis. Verschiedene Objekte desselben Autors können preislich weit auseinander liegen. Experten können den tatsächlichen Wert zumindest relativ genau einschätzen, im Falle des „Schreitende Mann“ lagen sie jedoch vor der Versteigerung deutlich unter dem erzielten Ergebnis.

Gemälde bewerten

Immer wieder kommen Kunden in meinen Laden um zu fragen, ob ein bestimmtes Gemälde einen Wert hat, wie viel es wert sein könnte und welches genau die Kriterien sind, mit denen man Gemälde (oder Kunst im Allgemeinen) bewerten kann. Zum Glück gibt es Kunstexperten, die diese Fragen mit ihrem Fachwissen klären können. Aber man kann auch nicht jedes Mal wenn man vor einem Gemälde steht eine Expertenexpertise anfordern, da diese verhältnismäßig kostspielig sind. Wenn es sich also auf den ersten Blick auf das Bild oder das Preisschild nicht um ein super kostbares Stück handelt empfehle ich die folgenden Schritte, um eine erste persönliche Bewertung vorzunehmen:

  • Zeit und Aufwand
  • Material
  • Thema
  • Praxis
  • Proportionen

Die erste Bewertung, die man durchführen sollte, ist die Antwort auf die Fragen wie viel Zeit in die Erstellung des Gemäldes investiert wurde und welcher technische Aufwand betrieben wurde. Ein Aquarell mit 2 Farbtönen ist deutlich schneller anzufertigen als das Portrait einer Person in Ölfarbe, mit all den dazu gehörigen Details. Abstrakte Kunst kann ebenfalls oft schneller angefertigt werden als aufwändige Landschaftsgemälde. Je nachdem wie viel man selbst von Malerei versteht kann man sich so einen ersten Eindruck davon machen, wie viel „Wert“ der Künstler in das Kunstwerk gesteckt hat. Falls mehrere Werke desselben Künstlers vorliegen oder bekannt sind kann man außerdem die vorliegende Entwicklung in die Bewertung mit einbeziehen. Das verwendete Material gibt weitere Aufschlüsse. Eine Bleistiftzeichnung ist wesentlich günstiger zu erstellen als ein Ölgemälde. Ein großflächiges Graffiti ist entsprechend „teurer“ als ein A5 Bild mit Wasserfarben.

painting

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Ein nächster Schritt liegt darin, das Thema des Gemäldes zu bewerten. Ist es ein typisches Thema wie zum Beispiel Landschaft, Portrait oder Stillleben, oder sieht man in der Thematik einen neuen Ansatz, oder die Verbindung bekannter Themen? Hat der Künstler versucht vorhandene Werke zu imitieren oder zeigt das Gemälde einen persönlichen Stil? Ein Kollege von mit hat vor nicht allzu langer Zeit über Sparpedia.dk ein Gemälde erstanden, welches von seiner Thematik absolut einzigartig ist. Ein Blick auf das Gemälde und dem Betrachter wird bewusst, dass er etwas Einmaliges vor sich hat. Zu einem guten Preis hat der Kollege das Gemälde gekauft und derzeit ist er in Verhandlungen mit einigen sehr bedeutenden Galerien. Hat man Interesse an einem Gemälde, welches eine bekannte Thematik zeigt, sollte man die praktische Vollendung des Gemäldes im Vergleich zu ähnlichen Werken bewerten. Liegt die Praxis deutlich unter vergleichbaren Werken sinkt der Wert, findet man eindeutige Hinweise auf eine perfekte Malpraxis kann man auch etwas mehr bezahlen.

Um die technische Umsetzung zu bewerten sollte man auch die Proportionen und die kleinen Details ins Auge fassen. Beweisen die Proportionen des Gemäldes, dass der Künstler sich der Größe der Gegenstände bewusst war und diese entsprechend umgesetzt hat? Oder gibt es Objekte deren Größen nicht zusammenpassen? Auch kleine Details und der Schärfe und Klarheit können viel über die Qualität eines Gemäldes aussagen. Das beste Bewertungskriterium ist definitiv Erfahrung, und sie werden sehen, je öfter sie Gemälde bewerten umso leichter wird es ihnen fallen.

Antike Fotos

stad Hamburg

stad Hamburg

Oft unterschätzt aber immer populärer ist der Markt der antiken Fotos. Immer mehr Leute interessieren sich dafür zu sehen, wie ihre Stadt oder bestimmte Gebäude früher ausgesehen haben. Und einige sind bereit, gute Summe für originelle Originale zu bezahlen. Ich glaube, dass es auch der Beliebigkeit der digitalen Fotografie zu verdanken ist, dass alte Fotos als authentisch und wertvoll eingeschätzt werden. Ich habe durch Zufall in einer Aktentasche die ich angekauft habe, alte Fotos der Stadt Hamburg gefunden auf denen man bekannte Gebäude der Stadt sieht. Über eine Internetplattform habe ich diese Fotos zum Verkauf angeboten und einen sehr guten Profit gemacht. Seitdem bin ich wesentlich aufmerksamer bei alten Fotos.

Sehr viele Familien haben in ihren Schränken und Kellern wahre Schätze gelagert, von denen sie jedoch nichts wissen. Alte Urlaubsaufnahmen sind heute oft Dokumente einer vergangenen Zeit, und alle, die nicht nur jedes Mal die Gemahlin oder die Kinder abgelichtet haben, sollte sich ihre alten Fotos einmal in Ruhe ansehen.

Ein Kollege von mir hat auf einer Auktion ein altes Originalfoto von Gran Canaria erstanden und dieses anschließend im Posterformat und als Postkarte veröffentlicht. Beide Formate verkaufen sich auf der Urlaubsinsel sehr gut und jedes Jahr wird nachgedruckt. Ebenfalls sehr beliebt sind Aufnahmen von Musikern. Viele Pressefotografen haben in den 60er und 70er Jahren auf Konzerten fotografiert und teilweise findet man in Zeitungsredaktionen echt unglaubliche Schnappschüsse sehr berühmter Künstler. Ein Foto der Rolling Stones live in der Essener Grugahalle wurde für mehrere hundert Euro verkauft.

rolling stones

rolling stones

Ich habe schon in verschiedenen Redaktionen meiner Heimatstadt angerufen und angefragt, ob ich das Fotoarchiv einsehen darf. Einige haben mir das gewährt, andere dagegen lassen niemanden der nicht zur Firma gehört an ihre „Schätze”. Teilweise gibt es auch Gemeinden und Vereine, die Archive von alten Fotos online zur Verfügung stellen. Da haben dann ganz viele Nutzer Zugriff auf die digitalisierten Werke und man kann sehen, wie sich Personen, Städte und Landschaften verändert haben.

Zuletzt möchte ich auch noch die Modefotografie ins Spiel bringen. In Zeiten, in denen alte Moden gerne wieder aufgenommen werden ist es überaus interessant, alte Modefotografien anzubieten. Die authentischen Zusammenstellungen von echter Mode interessieren die modernen Modeschaffenden und dienen gleichzeitig als Inspiration und als Basis für Reproduktionen. Wie sie sehen bieten antike Fotos viel Spiel, also ab in den Keller, vielleicht finden sie ja einen Schatz in ihrer Fotosammlung.

Haushaltsauflösungen

Heute möchte ich mich mal der Kreativität annehmen, die viele Antiquitätenhändler und Sammler an den Tag legen, um kostbare Stücke so günstig wie irgendwie möglich zu erstehen. Ein neuer Trend, den man in vielen lokalen Zeitungen im jeweiligen Kleinanzeigenteil findet, sind Angebote für kostenlose Haushaltsauflösungen. Sehr oft stecken hinter diesen kostenlosen Angeboten große Händler der Region, die hoffen, durch Zufall auf Schnäppchen zu stoßen. Und das ganze geht wie folgt.

antiek

antiek

Viele ältere Menschen sammeln über ihr Leben ganz viele Dinge an, die sie in ihrem Haus oder Keller aufbewahren. Oft befinden sich darunter auch schöne Antiquitäten oder Möbel von Wert. Verstirbt nun eine ältere Person stehen die Söhne und Töchter vor der unschönen Aufgabe, den Haushalt des Elternteils aufzulösen. Da dies aber sehr oft mit Erinnerungen und Schmerz verbunden ist, möchten viele der Haushaltsauflösung aus dem Weg gehen. Und nur zu gerne wird dann eines der Angebote aus der Zeitung angerufen. Kommt der Haushaltsauflöser gibt es allerdings oft ganz unangenehme Überraschungen. Denn viele werfen einen schnellen Blick auf die „Ware” und lehnen die Arbeit ab, wenn sie keine wertvollen oder verwertbaren Gegenstände entdecken. Andere dagegen sind schon so professionell, dass sie immer alles einpacken und abtransportieren und die Waren nicht nur auf Antiquitäten untersuchen, sondern auch auf Waren für Flohmärkte und Second Hand Läden.

persil

persil

Sie können sich nicht vorstellen, welche Schätze schon bei diesen kostenlosen Haushaltsauflösungen gefunden wurden. Hätten die Besitzer gewusst oder einschätzen können, was die gelagerten Objekte wert sind, hätten sie sicher gerne die Auflösung des Haushalts selber durchgeführt. Ich kenne einen Kollegen, der alle Gewinne aus Haushaltsauflösungen nutzt, um auf einer Webseite für Aktien kaufen online zu investieren. Vor einem Monat hat er mir gestanden, dass er sich in Kürze zur Ruhe setzen kann und nur noch von den Gewinnen leben wird. Und das alles, ohne einen Cent für die Ware bezahlt zu haben. Ich empfehle deshalb allen, die daran denken eine Haushaltsauflösung kostenfrei zu vergeben folgende Schritte:

  • Schauen sie sich alle Objekte in Ruhe an
  • Machen sie Fotos von potenziell wertvollen Objekten
  • Zeigen sie die Fotos einem Experten
  • Oder stellen sie die Fotos kostenlos auf eine Verkaufsplattform wie ebay Sie werden überrascht sein, wie viele als wertlos eingestufte Objekte noch bares Geld bringen.

Antike Möbel richtig pflegen

Heute möchte ich mich der Pflege antiker Möbel widmen, da ich immer wieder feststelle, dass viel Kunden es einfach zu gut meinen mit ihren Möbeln. Und wie sagt schon das Sprichwort: „Das Gegenteil von Gut ist gut gemeint.“ Anstatt also im Wochenrhythmus eine große Auswahl an Möbelpflegeprodukten zu verwenden, ist es oft wesentlich ratsamer, ein spezielles Produkt gezielt und dosiert anzuwenden. Denn insbesondere alte Möbel haben oft nicht die Beschaffenheit, um die modernen chemischen Pflegemittel zu vertragen. Einfache Seifenlauge oder Spülmittel können dagegen wahre Wunder bewirken. Wer also noch lange Freude mit seinen antiken Möbeln haben möchte sollte die folgenden Tipps für

  • gewachste Möbel
  • Schellackpolituren
  • geölte Möbel
  • und die allgemeinen Pflege-Tipps aufmerksam lesen.

Der erste wichtige Schritt, um die richtige Pflege des Möbelstücks zu bestimmen, ist ein geschulter Blick auf die Oberfläche. Je nachdem, wie die Oberfläche bearbeitet wurde, können bestimme Pflegemittel positive oder negative Effekte haben. Wer nicht weiß, wie die Oberfläche behandelt ist, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen. Nur wenn sich Oberfläche und Reinigungsmittel vertragen kann man das gewünschte Ergebnis erzielen. Holz ist ein poröses Material, das Flüssigkeiten aufnimmt, und damit auch deren Inhaltsstoffe wie Öl, Wachs, Lösungsmittel und so weiter. Um das Holz so gut wie möglich zu schützen, sollte man das Eindringen von schädlichen Stoffen möglichst vermeiden.

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Wenn ein antikes Möbelstück mit Wachs behandelt wurde, benötigt es nicht viel regelmäßige Pflege. Man kann es mit einem trockenen Tuch reinigen und erst wenn man feststellt, dass die Wachsschicht abnimmt, diese sorgfältig erneuern. Dazu kauft man ein entsprechendes Produkt, trägt es mit einem weichen Tuch auf und poliert nach ca. zwei Stunden nach. Das ist aber in der Regel höchstens einmal im Jahr notwendig. Insbesondere bei alten englischen Möbeln findet man oft eine Wachsbehandlung. Wenn Ihr Möbelstück poliert ist handelt es sich sehr oft um eine Schellackpolitur. Diese ist einfach mit einem leicht angefeuchteten Tuch zu reinigen. Da Schellack Feuchtigkeit nicht komplett abweist ist es sehr wichtig, nicht zu feucht zu reinigen und anschließend trocken nachzuputzen. Um den ursprünglichen Glanz wiederherzustellen findet man im Fachhandel spezielle Reinigungsmittel für Schellack. Bei geölten Möbeln muss man die Behandlung mit Öl in regelmäßigen Abständen auffrischen, um so das Möbelstück zu schützen. Je besser das Öl in die Poren eindringt, umso besser schließt es diese gegen Wasser und andere Inhaltsstoffe ab.
Um Schäden an antiken Möbeln vorzubeugen empfehle ich folgende generellen Tipps: Achten Sie darauf, dass das Raumklima dem Möbelstück nicht schadet. Wenn ein Möbelstück sehr alt ist hat es viele Jahre Umgebungsbedingungen erlebt, die ganz anders sind als die heutigen. Fehlende Lüftung, geschlossene, fast hermetisch abgeriegelte Räume, Zentralheizung und weitere moderne Errungenschaften sind für viele alte Möbel eher schädlich als positiv, da sie sehr extrem die Bedingungen ändern, die die Hölzer gewöhnt sind. Holz ist natürlich und verändert sich mit dem Umgebungsbedingungen. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann ebenso schädlich sein wie ein zu trockenes Klima. Ausdehnung oder Risse können entstehen. Antiquitätenhändler und Experten empfehlen deshalb, insbesondere für Möbel die älter als 100 Jahre sind, ein neutrales Raumklima zu schaffen. Eine Durchschnittstemperatur von 22 Grad und eine mittlere Luftfeuchtigkeit von 50-60 % gelten als ideal. Ebenso sollte darauf geachtet werden, antike Möbel niemals zu nahe an Heizkörpern oder an kalten Außenwänden zu platzieren.

Was ist antik?

Viele Kunden fragen mich immer wieder nach den verschiedenen Begriffen, die im Handel mit Kunstwerken und Antiquitäten verwendet werden. Und auch die Einordnung, was antik ist, was Kunst ist, und was tatsächlich Antiquitäten sind, sorgt oft für Verwirrung. Heute werde ich versuchen mit einem Artikel ein bisschen Licht in dieses Dunkel zu bringen, ich hoffe es hilft Ihnen beim Verständnis. Im Allgemeinen darf man Gegenstände als antik bezeichnen, die älter als 60 Jahre sind. Viele dieser Gegenstände sind jedoch absolut wertlos, und lediglich besonders dekorative Gegenstände oder aufgrund ihres Materials (Silber, Gold, Glaskunst etc.) wertvolle Gegenstände sind dabei für den Händler interessant. Möbel, Gebrauchsgegenstände oder auch herkömmliche Massen-Kunstwerke sind dagegen eher uninteressant. Anders sieht es zum Beispiel bei Autos aus. Dort können schon nach 25 Jahren Modelle als Antiquitäten bezeichnet und gehandelt werden. Man muss also immer darauf achten, von welcher Art von Ware man spricht.

Auf einer Webseite habe ich unlängst einen Gutscheincode gefunden, der zum verbilligten Ankauf von Waren einlädt. Ich habe mir die entsprechende Webseite einmal angeschaut und gesehen, dass es dort auch ein paar ganz interessante Dekorationsstücke und Kunstartikel gab. Antiquitäten findet man dagegen eher im spezialisierten Handel oder per Zufall auf einem Flohmarkt. Generell sagt man, dass sammelwürdige Dinge, die älter als 100 Jahre sind, als Antiquitäten bezeichnet werden. Je nach Geschmack des Sammlers können dies Möbel, Skulpturen, Bilder, Puppen, Spielzeug oder auch alte Militärsymbole sein. Das Feld der Antiquitäten ist schier unbegrenzt. Einige Sammler interessieren sich auch für jüngere Objekte, insbesondere wenn es sich um Porzellan aus einer Markenfirma handelt, um moderne Designobjekte oder namhafte Kunstwerke.

Um einzuschätzen, ob ein Gegenstand Kunst ist, bedarf es einer umfassenden Schulung und viel Erfahrung. In erster Linie sollte ein Kunstwerk beim Betrachter Emotionen hervorrufen, alles Weitere sind meist sehr subjektive Faktoren sowie generelle Bewertungen des Kunstmarkts. Als Laie ist es fast unmöglich, Kunst von Kitsch zu unterscheiden. Wer sich nicht auskennt, sollte deshalb vor dem Kauf stets einen Experten zu Rate ziehen und sich eine professionelle Wertschätzung erstellen lassen. Nur so kann man halbwegs sicher sein, seine Investition nicht zu verlieren.